Systemische Strukturaufstellung

Wir Menschen existieren nicht unabhängig von unserer Umwelt, sondern befinden uns in ständiger Wechselwirkung mit ihr. Fortwährend wirken wir auf sie ein, woraufhin diese in gewünschter oder nicht gewünschter Weise reagiert. Das wiederum lädt uns zu einer Reaktion ein und so weiter. Jeder der schon einmal erlebt hat, wie ein Streitgespräch entweder eskaliert oder durch konstruktivere Kommunikationsbeiträge in ruhige Bahnen geleitet wird, weiß um die Wirksamkeit dieser Dynamik.

Vielleicht hast auch du schon die Erfahrung gemacht, dass du mit Dingen, die dich früher auf die Palme brachten, heute auf ganz andere Art und Weise umgehst. Ich z. B. habe einen Freund, der zu unseren Treffen fast immer zu spät kam. Während ich das vor einigen Jahren noch als persönliche Missachtung bewertete und mir dazu entsprechende Gefühle machte (ich war stinksauer), ist das für mich inzwischen eine sehr entspannte Angelegenheit. Ich bewerte sein Zu-spät-Kommen heute eher als eine mangelnde Planungsfähigkeit seinerseits. Obwohl sich also an den äußeren Gegebenheiten zunächst rein gar nichts geändert hat, hat sich in meiner inneren Welt eine dramatische Verbesserung eingestellt. In der systemischen Arbeit versuchen wir also nicht, die Gegebenheiten zu ändern, sondern die Art und Weise, wie wir dazu in Beziehung treten. Interessanterweise ändern sich die äußeren Gegebenheiten dann häufig zusätzlich. Durch meine veränderte Bewertung und meine daraus resultierende Verhaltensänderung wirke ich anders (meist konstruktiver) auf meine Umwelt ein, woraufhin sich nicht selten das Muster verändert. Mein oben erwähnter Freund z. B. kommt heutzutage wesentlich seltener zu spät, und wenn er es doch einmal tut, ruft er vorher an und sagt Bescheid. Warum? Keine Ahnung, aber wofür ist das noch wichtig?

In Anbetracht der vielen hochkomplexen Wechselwirkungen, in die wir tagtäglich eingebunden sind, ist eine solche Änderung, die zu einem erwünschteren Zustand führt, natürlich nicht immer ganz einfach. Hier kommt nun die systemische Aufstellungsarbeit ins Spiel: Wir identifizieren zunächst die für dein Anliegen relevanten Aspekte. Dies können Personen sein (z. B. Familienangehörige, Kollegen, Freunde, Partner, Kundengruppen usw.) aber auch abstrakte Aspekte wie Entscheidungsvarianten, Projekte, Werte, Überzeugungen, Körpersymptome, innere Anteile, Orte usw. Für diese Aspekte wählst du jeweils aus der Gruppe der Anwesenden Repräsentanten aus und stellst diese dann nacheinander im Raum auf. Anhand der Art und Weise, wie die Repräsentanten von dir im Raum angeordnet wurden (Distanz, Winkel, gegenseitige Sichtbarkeit usw.) und der wahrgenommenen Empfindungsänderungen sind wir in der Lage, hilfreiche Verbesserungen vorzunehmen. Der unglaubliche Vorteil dieser Arbeit liegt für dich darin, dass du buchstäblich von außen auf dein sonst nur intern ablaufendes hochkomplexes System blicken kannst. Anhand der Befindlichkeitsänderungen der Repräsentanten können wir die Auswirkungen unserer Interventionen unmittelbar überprüfen. Wenn für dich und das ganze System eine hinreichend positive Veränderung eingetreten ist, nimmst du die Position deines Repräsentanten ein (wir nennen ihn Fokus), nimmst dein Lösungsbild nocheinmal aus dieser Position wahr und lässt dich überraschen, was damit in der Außenwelt für dich beginnt.

Dieses Verfahren, genannt Systemische Strukturaufstellungen, wurde Ende der achtziger Jahre von Dipl.-Psych. Insa Sparrer und Prof. Dr. Matthias Varga von Kibed erstmals präsentiert, wurde seither ständig weiterentwickelt (wir verfügen zurzeit über mehr als 60 Aufstellungsformate für die verschiedensten Arten von Anliegen) und wird von beiden heute mit großem Erfolg in der ganzen Welt gelehrt.

Ich bin selbst immer wieder tief beeindruckt von der Wirksamkeit dieser Arbeit und der sich in der Folge einstellenden Veränderungen bei den Klienten.

Emotionstrainer, Emotionstraining
Glück und Erfolg liegen in Dir.
Thomas Klüh Institut – Privates Institut für Persönlichkeitsentwicklung