Gefühl

Der Begriff „Gefühl” ist umgangssprachlich sehr weit gefasst und unterschiedlich besetzt. Die verschiedenen Bedeutungen dieses Wortes bergen eine große Gefahr von Missverständnissen in der Kommunikation, deren man sich bewusst sein sollte.

Umgangssprachlicher Gebrauch des Begriffs „Gefühl”

Als Gefühle bezeichnen wir insbesondere alle Emotionen, wie zum Beispiel:
Wut, Hass, Aggression, Angst, Liebe, Verliebtheit, Sympathie, Zuneigung, Genuss, Freude, Lust, Spaß, Trauer und Zufriedenheit; sowie Emotionen, die bereits eine gedankliche Interpretation beinhalten, wie zum Beispiel: Vorfreude und Dankbarkeit.

Auch Vorahnungen, die uns zum Beispiel sagen lassen: „Ich habe das Gefühl, dass etwas geschehen könnte” bezeichnen wir als Gefühl.

Auch zahlreiche körperliche Wahrnehmungen, wie das taktile Empfinden (eine Oberfläche fühlt sich zum Beispiel rau an), die kinästhetische Wahrnehmung (man fühlt zum Beispiel die Tiefe eines Behälters) oder auch die Temperaturwahrnehmung sind im Sprachgebrauch Gefühle. Körperliche Schmerzen und sinnliche körperliche Erfahrungen sind dementsprechend auch Gefühle. Bei motorischen Fähigkeiten hingegen sprechen wir vom allgemeinen „Körpergefühl” eines Menschen.

Selbst unbewusste Denkprozesse bezeichnen viele als Gefühl: Wir sind nicht in der Lage, komplexe Zusammenhänge mit unserem Bewusstsein zu erfassen. Deshalb werden Entscheidungen, die eine Vielzahl an Informationen bedingen, vom Unterbewusstsein getroffen. Umgangssprachlich nennen wir dies eine „Bauchentscheidung” und haben dann ein gutes bzw. schlechtes Gefühl zu einer Sache.

Bei der Beschreibung des momentanen Gesundheitszustandes wird der Begriff „Gefühl” ebenfalls, wenngleich auch nur indirekt, verwendet: „Ich fühle mich nicht so gut”

Oder auch die Geschicklichkeit wird entsprechend zum Ausdruck gebracht: Man kann einen Ball „mit viel Gefühl” spielen. Der geschickte Umgang mit der Sprache wird als Sprachgefühl bezeichnet. Auch der Zustand der Müdigkeit oder der Erschöpfung ist ein Gefühl.

Die eigene Einschätzung zu sich selbst schließlich bezeichnen wir als das Selbstwertgefühl.

Geschichte

Im Laufe der Jahrtausende wurden etliche unterschiedliche Begriffsdefinitionen von Philosophen, Wissenschaftlern und Therapeuten entwickelt. Hierzu zählen u. a.:
Epikur, Aristoteles, Immanuel Kant, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud und Carl Gustav Jung.


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