Emotionstraining

Der Begriff Emotionstraining impliziert, dass man Emotionen trainieren kann. Wie genau sich das Gehirn durch Training verändern lässt, ist erst seit noch nicht allzu langer Zeit nachvollziehbar.

Wir haben in unserem Gehirn eine Vielzahl an Neuronen (Gehirnzellen) mit wiederum vielen Synapsen (chemische Verbindungspunkte). Nun ist unser Gehirn vorab dahingehend grob unterteilt, dass bestimmte Areale bestimmten Körperteilen bzw. bestimmten Aufgabengebieten zugeordnet sind. So haben wir also für unsere Hand ein bestimmtes Areal in unserem Gehirn und ein anderes für unseren Rücken. Wie sensibel wir in welchem Körperbereich sind, hängt nun aber von der Größe des jeweiligen Bereichs ab, den unser Gehirn hierfür zur Verfügung stellt, das heißt, wie viele Neuronen mit wie vielen Synapsen wir für einen Bereich verwenden. Aber genau dies ist nicht von der Natur vorgegeben, sondern durch die Häufigkeit der Inputs bestimmt. Jedes Mal, wenn man seine Hand benutzt, wird ein Impuls an das Gehirn geleitet. Jeder Impuls bildet neue Synapsen und verstärkt diese. Je öfter man dies nun macht, umso mehr Neuronen werden für diesen Bereich herangezogen.

Wir trainieren also unser Gehirn immer - unabhängig von unserem Alter. Alles, was wir wahrnehmen, denken und fühlen, bekommt Platz in unserem Gehirn. Wenn wir uns nun sehr oft mit einem Thema beschäftigen, werden wir äußerst effektiv auf diesem Gebiet, und das Gehirn bildet sich physisch dementsprechend aus. Taxifahrer zum Beispiel bilden durch ihre Tätigkeit ihre Schläfenlappen, in denen der Orientierungssinn sitzt, deutlich aus. Diesbezüglich sprechen wir von einer Neuroplastizität. Unser Gehirn ist also sozusagen eine plastische Masse, die sich mit jedem Gedanken und mit jedem Handeln verformt.

Selbst Emotionen werden auf diese Art und Weise trainiert. Choleriker werden nicht geboren, sie trainieren sich diesbezüglich. Wenn sich jemand immer wieder in eine Wut hineinsteigert, sich über jeden zweiten Autofahrer aufregt, von den Kindern genervt ist und auch in der Firma jede Situation nutzt, die im Geringsten einen Wutausbruch rechtfertigen könnte, wird äußerst effizient darin, schnell einen heftigen Wutausbruch zu erleiden. Dies gilt natürlich für jedes Gefühl, auch für die positiven.

Diese Tatsache macht man sich im Emotionstraining zunutze. Es werden gezielt die Emotionen trainiert, die der Anwender für seine Aufgaben benötigt oder die er gerne leicht abrufbar hätte. Je weniger dabei destruktive Emotionen aufgerufen werden, umso weiter bildet sich das dafür zuständige Gehirnzentrum zurück. Je öfter man im Gegenzug positive bzw. für eine Aufgabe hilfreiche Emotionen trainiert, umso mehr bildet sich der entsprechende Bereich aus, was dafür sorg, dass diese Emotionen bei Bedarf äußerst schnell und einfach abrufbar sind.

Im Emotionstraining geht es also darum, diejenigen Emotionen verstärkt zu empfinden, die uns dabei unterstützen, glücklich und erfolgreich zu werden. Natürlich gibt es eine große Vielfalt unterschiedlicher Emotionen, die uns für unseren Erfolg unterstützen. Ruhe, Zufriedenheit, Verbundenheit, Freude, Genuss, Spaß, Dankbarkeit, Vorfreude, Lust, Sympathie, Liebe und Verliebtheit sind einige Beispiele dafür.

Weitere Informationen findet man unter Thomas Klüh Institut und Emotionstraining.

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