Wie ich mein Ziel gesetzt habe Teil 4
Donnerstag, den 24. Februar 2011 von Thomas KlühDoch muss es denn gleich ne Million sein, wie in „Teil 3” beschieben? Übertreibe ich damit?
Wenn wir die Inflation berücksichtigen halbiert sich der Wert des Geldes alle 24 Jahre. Damit habe ich, wenn ich in Rente gehen möchte, mit einer Million von heute nur noch eine Kaufkraft von 500.000 Euro. Mal angenommen ich würde dieses Geld auf der Bank für vier Prozent Zinsen anlegen, dann hätte ich umgerechnet auf den heutigen Wert des Geldes 1700 Euro im Monat zur Verfügung. Das reicht nicht mal für ein Einzelzimmer im Altenheim, oder für den ganz normalen Lebensunterhalt für zwei Personen. Selbst wenn man dieses Geld besser anlegen würde, wäre das kein Leben in Fülle.
Also heute einen Plan erstellen, dass ich in 20 Jahren eine Million habe, bringt mir nichts.
Okay, dann müsste ich schnell jetzt Millionär werden und das Geld gut anlegen. Hm, angenommen du hättest jetzt NETTO eine Mio. Dann kaufst du dir erstmal ein ganz normales freistehendes Familienhaus und schwupps hast du nur noch 500.000. Die kannst du anlegen wie du willst - reich ist das nicht.
Ich könnte natürlich das Geld „für mich arbeiten lassen”. Ich könnte zum Beispiel für die Million ein Fünffamilienhaus kaufen. Der Wert des Grundstücks und des Hauses würde oberhalb der Inflation wachsen und dabei einen stabilen Wert darstellen und von den Mieteinnahmen könnte ich leben. Das wäre ein möglicher Ansatz - es gibt natürlich einige mehr. Damit wäre ich schon einen großen Schritt weiter. Aber auch das ist noch lange nicht das, was ich unter Fülle verstehe.
So saß ich auf Malle und mir wurde klar, dass ich mich drehen und wenden konnte, wie ich wollte, wenn ich nicht etwas Entscheidendes an meinen Denkmustern ändere, würde ich es niemals schaffen, irgendwann einen wohlverdienten Ruhestand zu genießen.
Fortsetzung folgt.
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Am 24. Februar 2011 um 09:48 Uhr
Guten morgen Thomas.
Ich lese gerade deine ängstliche Worte und Malle.
Auf Malle ging es mir nicht gut. Das Wetter schlecht und Wirtschaftskrise.
Nun könnte ich ja vom Alter her dein Vatersein und habe viele Höhen und Tiefen erlebt.
Thomas wir waren mit reichen Bekannte auf Malle. Ich kenne einige von den Chefs und
ihre Visionen seit 1986 vor der Firmengründung. Dann schau bitte was aus ihnen geworden ist.
Auch ich hatte 1980 solche Gedanken wie Du und wollte mein Leben absichern mit Lebensversicherung
und Geldanlagen. Meine Vision war, mit 60 Jahren in Rente auf den Kanaren leben.
Es kam alles anders als ich mir ausmalte. Heiraten, Kind, Scheidung, Unfall, Börsencrash.
Die Idee wurde im Herbst 2007 innerhalb von Wochen durch die Wirtschaftkrise zerstört.
2008 ist mein Kapital um 2/3 geschrumpft. Was uns die lieben Kollegen aus der Finanzbranche verschwiegen haben. 1928 die Weltwirtschaftkrise und plötzlich war alles Nichtig und Klein.
Es dauerte 28 Jahre bis das Geld wieder den Wert hatte wie vor dem Kick.
Ich habe aber keine 28 Jahre mehr Zeit und brauchte das Geld jetzt. Mittlerweile haben sich der DAX
und die Lage etwas erholt.
Du schreibst: „Doch muss es denn gleich ne Million sein, wie in „Teil 3” beschrieben? Übertreibe ich damit?“
Thomas, was hat Geld mit Wohlstand zu tun?
Wenn Du Pech hast liegst Du auch mit 2 Millionen auf der Intensivstation oder unter der Erde.
Sorge Dich nicht lebe! Glaubst Du meine Katze macht sich über das morgen sorgen?
NEIN Sie lebt im heute, im DASEIN.
Thomas ich habe Euch auf Malle was über Worte und Gedanke, über Gene und Gene-Ration erzählt.
Was nicht ankam.
Lese bitte Deine Worte. „Ich könnte natürlich das Geld „für mich arbeiten lassen”.
Weiter: „Aber auch das ist noch lange nicht das, was ich unter Fülle verstehe.“
Willst Du dein Leben mit Geld füllen?
Glaubst Du mit Geld kannst Du ein erfülltes glückliches Leben kaufen???
„So saß ich auf Malle und mir wurde klar, dass ich mich drehen und wenden konnte, wie ich wollte,
wenn ich nicht etwas Entscheidendes an meinen Denkmustern ändere, würde ich es niemals schaffen, irgendwann einen wohlverdienten Ruhestand zu genießen.“
Auf solche Gedanken kann auch nur ein ungläubiger Thomas kommen.
„wohlverdienten Ruhestand“
Wenn Du dich so programmierst wie langweilig wird dein Leben?
Wie sagte er Börsen Pabst. André Kostolany?
Die beste Investition sind unsere Kinder.
Kinder sind das einzige was zählt und wo mit du rechnen kannst und die Zukunft sichert.
Und denke an die 3 L.L.L. - Lebens Länglich Lernen.
(Mal unter uns. Ich war, auf Malle, über die Geldverschwendung verwundert.
Für das Geld was allein mein Zimmer kostete hätten wir in Bangladesch, Afrika oder Südamerika einen Kindergarten, Schule oder Krankenhaus bauen können oder was noch Näher liegt, auf Malle einem Tierheim helfen.)
Carpie diem pietro
Am 24. Februar 2011 um 12:18 Uhr
Das hast du genial auf den Punkt gebracht - ich musste umdenken! Darum schreibe ich ja, dass ich an dieser Stelle erkannt habe, dass ich meine Denkstruktur ändern musste.
Doch eines wurde mir auch klar, so wie du möchte ich im “Alter” nicht leben. Du schreibst zwar, dass du das Hier und Jetzt genießt, doch habe ich das anders wahrgenommen. Du warst an einem Ort, der dir nicht gefallen hat, in einer Branche, die du ablehnst und turnst dort auf der Bühne rum, obwohl du keine Lust dazu hattest, nur weil du das Geld brauchtest.
Es ist schon komisch, dass Sabine und ich diesen „Urlaub“ ganz anders in Erinnerung haben, als du. Du hast ja hier schon an anderer Stelle von dieser unschönen Woche geschrieben, in der es nur geregnet hat. Sabine und ich sind täglich in der Sonne spazieren gegangen, haben tolle Gespräche geführt, selbst viel dabei gelernt, lustige Abende verbracht, …
Ich habe schon das Gefühl, dass ich mein Leben im Hier und Jetzt mehr genieße, als manch anderer und gleichzeitig Ziele habe, die mir einfach Spaß machen.
Das ich in dieser Phase noch Denkansätze hatte, die mir hinderlich waren, ist ja genau die Botschaft, die rüberkommen soll. Deshalb ist es ja eine Fortsetzungsgeschichte.
Am 24. Februar 2011 um 13:56 Uhr
Hallo Thomas,
also wenn jemand sagt oder meint du würdest nicht im Hier und Jetzt Leben, der kennt dich nicht.
Außerdem ist es meiner Meinung nach nicht ausreichend nur im Hier und Jetzt zu Leben. Wenn ich dies tue, dann gebe ich mein ganzes Geld aus, weil mir heute gerade danach ist und morgen lebe ich dann von
Hartz IV? Das kann es ja auch nicht wirklich sein.
Liebe Grüße
Steffi
Am 24. Februar 2011 um 19:13 Uhr
Hallo Thomas.
Da hast Du Recht. Auf Malle hatte ich ein starkes Tief. Heute bin ich da raus.
Richtig Thomas, ich saß frustriert an einem Ort der mir nicht gefiel und überlegte wie komme ich aus der Nummer raus. Ich machte mir Selbstvorwürfe weil ich einige gute Angebote abgesagt hatte.
Ich lehne die Branche nicht ab, da hast Du etwas falsch verstanden.
Nein, ich tobe nicht auf der Bühne rum weil ich das Geld brauche sondern weil ich die Bühne, das Publikum und die Atmosphäre brauche. Leider war das nicht meine Bühne. Das meinte ich mit dem Wort Ruhestand. Ich will keinen Ruhestand ich brauche Bewegung.
Ich kann nicht beurteilen ob Du im Hier und Jetzt lebst, Die Aussage „Katze lebt im DASEIN meinte ich allgemein und nicht Dich persönlich.
In einigen Kommentaren lese ich raus, es geht ums Geld und die Angst vor Hartz IV. genau. Natürlich
soll keiner leben unter dem Motto „ich lebe heute“ und sein Geld verschleudern, wenn er Pech hat lebt
er morgen auch noch. Wir sollen schon Vorsorge treffen. Mir geht es um Wohlstand und sich wohl fühlen.
Was für den Einzelnen Wohlstand und Erfüllung ist, muss jeder selber definieren.
Liebe Grüsse pietro
Am 24. Februar 2011 um 19:54 Uhr
Da sind wir absolut der selben Meinung. Ich will an dieser Stelle der Gechichte nicht vorgreifen - es ist heute nicht mehr mein Ziel, einen Ruhestand anzustreben. In dieser Geschichte erzähle ich ganz offen meinen Weg der letzen Jahre mit meinen Ängsten, Sorgen und Hoffnungen und allem, was dazugehört.
Am 25. Februar 2011 um 06:44 Uhr
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Am 25. Februar 2011 um 15:36 Uhr
Ich war der Meinung, es ginge darum glücklich zu sein. Du kannst mit Geld glücklich sein und mit Geld unglücklich sein. Glück ist ein Zustand, zu dem du kein Geld brauchst.
Und Ruhestand…., ich hoffe, ich darf arbeiten, bis ich irgendwann umfalle.., mit 100 oder so. Warum sollte ich mit 65 das, was ich liebe aufgeben?
Nein, ich habe nichts gegen Geld, ich liebe die Unabhängigkeit, die Geld mit sich bringt. Aber ich bin nicht bereit, für Geld meine Nerven zu strapazieren. Alles, was gut für mich ist, fällt mir leicht zu, auch das Geld. Und das Gefühl für Geld muss wachsen, wie der innere Reichtum kann dann auch der äußere wachsen. Kann sein, das andere eine andere Meinung haben, aber ich definiere mein Glück nicht über das, was ich besitze, sondern über das, was ich fühle und meiner Einstellung zu den Dingen.
Nehmen wir das Beispiel Auto: Ich kann mir einen schicken Mercedes wünschen und wenn ich den habe, was kommt dann? Ich kann aber jeden Tag dankbar dafür sein, dass mein alter Mondeo morgens anspringt und mich zur Praxis bringt. Ich kann dankbar sein, dass ich mit meinen 58 weder Betablocker noch Blutdrucksenker brauche und mich gesund und glücklich fühle.
Wer sich Reichtung wünscht, hat das Gesetz der Anziehung nicht verstanden. Wer sich reich fühlt, bekommt den äußeren Reichtum mit der Zeit ganz von alleine, auf die eine oder andere Weise. Mein Einkommen hat sich die letzten Jahre immer meinem steigenden Lebensstandard angepasst, seit ich das beherzige.
Wer Sicherheit im Außen sucht, ist arm dran, denn die gibt es nicht. Sicherheit kommt nur aus der eigenen inneren Mitte und egal was passiert. ich bin kreativ genug, in einer Waldhütte zu überleben.
Was das Leben schwer macht, sind Erwartungen und Vergleiche. Darum: Erwarte nichts von anderen und vergleiche dich nicht mit ihnen. Fühl dich einfach nur gut…
Am 25. Februar 2011 um 15:47 Uhr
Ich habe im Kommentar bereits geschrieben, dass ich das mit dem Ruhestand genauso sehe und noch darauf eingehen werde. Wie gesagt, an dieser Stelle der Geschichte sind es die Zwänge, die ich darstelle. Nur diesen einen Beitrag aus dem Zusammenhang zu nehmen und zu glauben, dass dies meine heutige Meinung ist, geht halt einfach nicht.
Am 27. Juli 2011 um 08:13 Uhr
[...] http://www.thomasklueh.de/blog/sonstiges/wie-ich-mein-ziel-gesetzt-habe-teil-4/483/ [...]