AFF – Fallschirmspringerausbildung

AFF – Fallschirmspringerausbildung

Dienstag, den 27. März 2012 von Thomas Klüh ()

Nun ist es geschehen. Ich habe meine ersten beiden Fallschirmsprünge wie in - “Fallschirmspringerausbildung” beschrieben - hinter mich gebracht. Es war gigantisch! Ich kann einfach nicht beschreiben, welche Gefühle in einem entstehen, wenn man eine Minute lang frei fliegt.

In dem Beitrag „Tandemsprung” habe ich ja bereits von diesem gewaltigen Gefühl berichtet, doch diesmal war es noch mal anders. Zum Einen hatte ich vorher keine Angst, da ich mein Unterbewusstsein vorab programmiert hatte, die best möglichen Gefühle zu produzieren (s. „Die richtigen Gefühle” und „Adrenalin vs. Noradrenalin“) und zum andern ist es noch intensiver, wenn man selbst die Verantwortung übernimmt.

Ich kann einfach nicht in Worte fassen, was da in einem abgeht, aber ich versuch es mal:

Nach eineinhalb Tagen Theorie und Übungen geht es los. Ich ziehe einen Fallschirm an und steige mit meinen zwei Ausbildern in das Flugzeug. Dann kommen noch sieben andere Passagiere mit hinein. Das Flugzeug wird bis zum Anschlag vollgestopft. Und los geht’s. Wir steigen auf 4300 Meter. Es herrscht Totenstille. Alle sind sehr in sich gekehrt. Ich gehe in Gedanken noch mal alles durch. 3000 Meter, fertigmachen zum Sprung. Brille auf - Helm auf. Jeder verabschiedet sich mit einem Fallschirmspringergruß voneinander. Ich prüfe meinen Puls, um festzustellen, ob mein Gefühlsmanagement funktioniert hat. Ca. 70 Schläge pro Minute. Cool - es hat geklappt. Ich bin fokusiert, motiviert und ruhig - genau das, was Noradrenalin bewirkt. 4300 Meter - die Tür geht auf und alle anderen Passagiere steigen vor mir aus. Ein unglaublicher Anblick, wenn Menschen aus dem Flugzeug „fallen”.

Nun bin ich dran. Mein erster Lehrer klettert aus dem Flugzeug und wartet auf mich. Dann krappele ich auf allen Vieren zur Tür - stelle mich mit dem rechten Fuß auf das Trittbrett außerhalb des Flugzeuges und knie mit dem linken Bein im Flugzeug. Nun gebe ich meinen beiden Lehren ein Kommando und ich springe. Hüfte vor - ausatmen und entspannen. Diese Entspannung bewirkt, dass man optimal auf der Luft aufliegt. Auch wenn ich mich wiederhole, ich kann nicht beschreiben, wie es ist, in 4300 Metern selbst aus dem einem Flugzeug zu springen und wie es ist, wenn man dann fliegt. Nun mache ich meine Übungen. Dadurch, dass man in der Ausbildung bei jedem Sprung ein Übungspensum zu absolvieren hat, hat man keine Zeit, den Sprung so richtig wahrzunehmen.

In 1500 Metern ziehe ich, kontrolliere den Schirm auf Funktionstüchtigkeit und fange an, den Flugplatz zu suchen. Nun noch die Fahrt mit dem Schirm zum Landeplatz und eine ordentliche Landung hinlegen und es ist geschafft.

Am nächsten Tag geht es natürlich gleich weiter. Die selbe Prozedur mit anderen Übungen.

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