Realitätsgestaltung

Realitätsgestaltung

Sonntag, den 25. Mai 2008 von ()

Heute gehe ich mal wieder auf das Thema Realitätsgestaltung ein. Wie die bewusste und auch unbewusste Realitätsgestaltung genau funktionieren soll, weiß zwar noch niemand genau, aber hierzu gibt es jede Menge Theorien (ich persönlich bevorzuge die Loop – Quantengrafitation).

Es muss jedoch klar sein, dass es nicht unsere Wünsche, Hoffnungen oder Ängste sind, die zur Realität werden – es sind unsere unbewussten Erwartungen. Das, was wir erwarten, was als nächstes geschehen wird, wird auch geschehen (hiermit sind nicht unsere Erwartungshaltungen gemeint). Wenn wir zum Beispiel an der Realitätsgestaltung zweifeln, wird unsere Erwartung darauf liegen, dass es manchmal klappt und manchmal wiederum nicht. Dies wird dann zu unserer Realität und bestätigt damit unseren Zweifel.

Es gibt eine Menge guter Literatur über die Realitätsgestaltung, und in meinen Seminaren gehe ich sehr ausführlich hierauf ein. Auch in diesem Blog in der Kategorie Realitätsgestaltung findest du etliches zu diesem Thema. Worauf es mir aber heute ankommt, sind die „unerklärlichen” Misserfolge bei der Realitätsgestaltung.

Ich habe schon wirklich viele Menschen kennengelernt, die sich Geld beim Universum bestellt haben. Wie soll das gehen? Man kann sich doch eigentlich gar kein Geld wünschen, denn mit Geld an sich kann man ja nichts anfangen. Das Zeug brennt ja nicht einmal gut! Wenn man sich also über die bewusste Realitätsgestaltung Geld „bestellt”, muss man einen Hintergedanken dabei haben.

Es könnte zum Beispiel sein, dass die Arbeit keinen Spaß macht und man durch das Geld frei werden möchte. Man hofft, dass man, wenn man reich ist, tun und lassen kann, was man möchte. Wenn ich mir jedoch vorstelle, dass sich jemand unterdrückt fühlt, und aus diesem Mangelbewusstsein heraus Geld bestellt, liegt die unbewusste Aufmerksamkeit bestimmt nicht auf Reichtum. Er könnte viel eher auf dem Frust liegen, unterdrückt zu sein. Oft wird dadurch der Frust sogar noch größer, da man die Diskrepanz zwischen der erhofften Freiheit und dem Unterdrückungsgefühl deutlicher wahrnimmt. Dadurch erhält man zum einen unschöne Gefühle und zum andern übt man damit wiederum Einfluss auf die Realitätsgestaltung aus.

Existenzangst könnte natürlich auch ein Grund sein. Man hat Angst vor dem Verhungern, legt seine Aufmerksamkeit darauf und versucht aus diesem Gefühl heraus über die Realitätsgestaltung zu Geld zu kommen. Was dabei herauskommt, brauche ich sicher nicht zu erläutern. (Nein, man verhungert dadurch nicht – aber man bekommt ständig neue Bestätigungen dafür, dass es passieren könnte; siehe Angst durch Realitätsgestaltung)

Oder auch Freude. Man hat wenig Freude im Leben und glaubt, wenn man sich einen „welches Auto auch immer” bestellt und dazu noch ein Haus am See, wird man dadurch glücklicher. Man befindet sich vielleicht gerade in einer Frustration und bestellt aus diesem Gefühl heraus Geld in der Hoffnung, dass man dadurch glücklich wird. Doch worauf liegt die Aufmerksamkeit, wenn man gerade in diesem Mangelgefühl fest hängt und welche Realitätsgestaltung wird diese Aufmerksamkeit nach sich ziehen?

Ein weiterer Grund, sich Geld über die Realitätsgestaltung manifestieren zu wollen, könnte auch sein, dass man seine Zukunft, ja seine Existenz und sein Glück sichern möchte. „Mir geht es jetzt schon gut, aber ich möchte natürlich, dass das auch so bleibt”. Mit ‘ner Million auf dem Konto ist die Zukunft dann abgesichert. Schon lustig – da bestellt man sich Geld, weil man davon überzeugt ist, sich seine Realität selbst zu gestalten, also Schöpfer der eigenen Realität zu sein, will mit dieser Bestellung jedoch die Zukunft absichern – was beweist, dass man eben doch nicht davon überzeugt ist, dass man seine Realität selbst gestalten kann. Denn wenn man wirklich weiß, dass man seine Realität selbst gestaltet, bestellt man doch immer gerade das, was man in diesem Moment haben möchte oder benötigt, und muss sich um die Zukunft gar keine Gedanken machen! Also, dieser Wunsch an sich ist schon die Bestätigung dafür, dass man in Wirklichkeit nicht an Realitätsgestaltung glaubt.

Dann gibt es da noch einen sehr trickreichen Grund, der hinter einem Wunsch bei der Realitätsgestaltung stecken könnte.
Hierzu muss ich ein wenig ausholen. Serotonin ist ein körpereigener Botenstoff, der sehr oft als die Glücksdroge benannt wird. Das ist zwar Blödsinn, denn es gibt nicht nur einen Glücksbotenstoff, sondern eine ganze Menge (z. B. Dopamin, Oxitozin, Opiate, Endorphine und einige mehr). Serotonin ist aber ein ganz wichtiger Glücksbotenstoff, der dafür sorgt, dass wir uns zufrieden, gelassen, sicher, geborgen, satt und vieles mehr in dieser Richtung fühlen. Es ist dieser Botenstoff, der diese Gefühle auslöst, es sind aber auch diese Gefühle, die diesen Botenstoff ausschütten lassen.

Nun sind gerade in unserer Gesellschaft viele kaum noch in der Lage, diese Gefühle zu bekommen. Sie habe es sich „abtrainiert”, da man mit Zufriedenheit angeblich nicht weiterkommt. Man versucht, sich selbst und andere durch Ablehnung und ständige Unzufriedenheit dazu zu zwingen, sich weiterzuentwickeln.
Nun behaupte ich natürlich nicht, dass man sich nicht weiterentwickeln sollte, aber Glück, Gesundheit und Erfolg erhält man dann, wenn die oben genannten Botenstoffe mit den entsprechenden Gefühlen – Verbundenheit, Freude, Genuss, Zufriedenheit, Lust (um nur einige zu nennen) – in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Und da unsere Gefühle unser Denken und Handeln lenken, wird klar, dass sich diese Botenstoffe auch direkt auf unsere Realitätsgestaltung auswirkten.

Wenn nun jemand aus den genannten Gründen selbst kaum noch in der Lage ist, Serotonin zu produzieren, versucht er unbewusst, es sich woanders zu „besorgen”. Magersucht, Bulimie, Fettsucht, Zuckersucht, Muskelsucht und Arbeitssucht sind allesamt Süchte, die auf Serotoninmangel zurückzuführen sind (viele andere natürlich auch). Wenn man zum Beispiel lange Zeit nichts isst, wirkt dies wie ein Serotoninwiederaufnahmehemmer. Das Zeug wird also vom Körper nicht mehr resorbiert, und die geringen Mengen, die noch produziert werden, sammeln sich dadurch an. Somit kommt der Magersüchtige anfangs auf „Normallevel” und ab einem bestimmten Zeitpunkt sogar in einen Rauschzustand. Ups, ich glaube, ich hole ein bisschen zu weit aus. (Mehr dazu in dem Beitrag: Botenstoffe)

Was hat das Ganze nun mit der Realitätsgestaltung zu tun? Neidische und unterwürfige Blicke anderer schütten ebenfalls Serotonin in uns aus. Also, ein fettes Auto an sich macht ja schon Spaß. Aber erst der Neid der anderen macht Serotonin und damit ein Hochgefühl (schwer zuzugeben, aber wahr). So, und jetzt sind wir bei der Realitätsgestaltung angelangt. Wenn man sich Geld bestellt, um sich damit Dinge kaufen zu können, die einen von den anderen abheben, will man damit Serotonin kaufen, also seine Unsicherheit, seine Sorgen, seine Unzufriedenheit loswerden. Wie bitte soll das gehen? Worauf liegt bei einem solchen Zustand wohl die Aufmerksamkeit und welche Realitätsgestaltung wird diese wiederum nach sich ziehen?

Um nicht falsch verstanden zu werden, es ist natürlich sehr schön, reich bzw. wohlhabend zu sein, doch man kann mit Geld kein Mangelgefühl ausgleichen. Und das hier Geschriebene ist auch nur ein Beispiel und gilt für alle „Bestellungen” und Wünsche, mit denen man bewusst Realität gestalten möchte. Wenn man über die Realitätsgestaltung zum Beispiel einen Partner bestellt, kann man sich ähnliche Fragen stellen.

Es sind also wie gesagt nicht die Wünsche, die für die Realitätsgestaltung relevant sind, sondern unsere Erwartungen. Wenn du also bei einem Wunsch oder einer „Bestellung” nicht gerade erfolgreich bist, hinterfrage bitte sehr ehrlich, was du damit denn wirklich erreichen möchtest. Wenn du hierbei auf ein Mangelgefühl stößt, gilt es als Erstes, dieses Gefühl zu befriedigen. Wie du weißt, gibt es hierzu ja einfache Techniken. Wenn du dann bei diesem Thema „aus dem Vollen schöpfst”, steht einer schönen Realitätsgestaltung nichts mehr im Wege. Bitte lüge dir dabei nur nicht in die Tasche.

Nun halte ich es für wichtig, die bewusste Realitätsgestaltung so oft wie möglich in den Alltag zu integrieren und habe deshalb das Projekt gestartet, in dem der berufliche Alltag und die Spiritualität zusammengeführt werden: “Meine Erfolgsschmiede“.

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4 Reaktionen zu “Realitätsgestaltung”

  1. Horst Hug

    Hallo lieber Thomas,

    finde Deinen Blog sehr gut und interessant. Zu diesem Artikel, der die Sache mit der Realitätsgestaltung auch aufs Biochemische mal betrachtet kann ich anfügen, dass das Thema Geld meiner Meinung nach meist etwas mit Anerkennung zu tun hat. Was hier viele missverstehen, ist die Tatsache, dass immer genau das ins Leben gezogen wird, was in der Gedankenwelt und in der Gefühlswelt vorherrschend ist.

    1. Wenn man denkt, was man will, dann zieht man es in sein Leben.
    2. Wenn man denkt, was man nicht will, dann zieht man das was man nicht will in sein Leben.
    Das eine ist das Reichtums-Denken, das andere das sogenannte Armuts-Denken.

    Vielen ist einfach nicht bewusst, das sie die Dinge die sie nicht wollen manifestieren, wenn sie sich damit beschäftigen. Besser, einfach und schöner finde ich die Möglichkeit, sich einfach mit dem zu beschäftigen, was ich wirklich haben will. Dann stimmt auch der Dopamin- und Serotoninspiegel.

    Euch noch viel Spaß heute!

    Horst

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