Niemals aufgeben

Niemals aufgeben

Donnerstag, den 26. Juni 2008 von ()

Finaaaaaaale, ohooo… Finaaaaaaale, ohohohoooo…

Meine Güte, so langsam hat sich mein Adrenalinpegel im Blut wieder auf Normalniveau gesenkt und einem erhöhten Serotoninpegel Platz gemacht, soll heißen, ich bin so richtig zufrieden. Mehr zu den Hormongeschichten siehe übrigens unter Thomas’ Beitrag Botenstoffe.

Natürlich war das gestern alles andere als schön, aber mal ganz ehrlich, wen interessiert das denn danach noch? Und ich finde es außerordentlich beglückend, dass die Presse das diesmal offenbar genauso sieht, legt sie doch sonst so gerne nicht nur den Finger auf die Wunde, sondern reißt diese noch unnötig auf. Es geht nicht darum sich etwas schön zu reden. Ganz im Gegenteil, ich halte eine nachträgliche Fehleranalyse für extrem nützlich, allein schon, um es ds nächste Mal anders zu machen.

Es geht mir vor allem darum, den Blick auch darauf zu richten, was alles schon funktioniert hat, was schon sehr gut lief, und was die Grundlage für den Erfolg war. Jeder kennt das Wort Fehleranalyse, aber das Wort Erfolgsanalyse ist weitgehend unbekannt. Wie schade, könnte man genau damit doch die Erfolge wiederholbar machen. Aus diesem Kerngedanken ist übrigens das NLP entstanden; erfolgreiche Strategien wiederholbar zu machen.

Und da gab es gestern eine Menge zu bestaunen: Tor Nummer eins; wunderschön herausgespielt von unserem Traumduo Podolski und Schweinsteiger. Tor Nummer drei; von Lahm selber eingeleitet und nach Doppelpass mit äußerschter Dischziplin und Konsequenz (wie Jogi Löw es wohl ausdrücken würde) vollendet. Und das insbesondere, nachdem wir durch einen eklatanten Abwehrfehler von Philipp Lahm 3 Minuten vorher den Ausgleich kassiert haben. Das hat mich übrigens am meisten beeindruckt: Wenn du im Gefühl des fast schon sicheren Sieges kurz vor Schluss das 2:2 bekommst, ist das normalerweise ein krasser psychologischer Nachteil (siehe Kroatien – Türkei). Dann nocheinmal zurückzukommen, und das mit so einer technischen Brillianz, einfach Wahnsinn. Ich denke, genau dieses “Niemals aufgeben” ist ein Faktor, den Deutschland Mannschaften wie z.B. Holland oder Portugal schon immer voraus hatte. Die englische Presse nannte es so: “They always come back.” Und welche Kräfte so ein Herzblut freisetzt, durften wir gestern und bei der ganzen EM auch bei den Türken wieder sehen, die wirklich alles (und eigentlich noch mehr) aus sich herausgeholt haben.

Besonders freut mich, dass, allen Unkenrufen zum Trotz, dieses Spiel die deutsch-türkische Freundschaft nur noch gefestigt hat. Respekt und Dank an die türkischen Fans, das war wirklich aller Ehren wert. Also Thomas, Deutschland und die Freundschaft haben gewonnen, ist das nicht ein Grund, doch langsam Fußballfan zu werden?

Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir rausgeflogen wären, und trotzdem oder gerade deshalb: Wenn du so ein Spiel gewinnst, dann wirst du auch Europameister.

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5 Reaktionen zu “Niemals aufgeben”

  1. Dominik

    Gratuliere an die Deutsche Mannschaft!!!
    Deinen Worten ist nichts hinzuzufügen, ausser, dass ich mir als Österreicher ein Deutsch – Österr. Finale gewünscht hätte :)

  2. Andrea

    Und manchmal, Frank, so ist mir zu Ohren gekommen, soll ja auch ein Gebet an den lieben Fußballgott helfen, gell? : )

  3. Frank Fäder

    Naja, so etwas ähnliches wie ein Finale gegen Österreich hatten wir ja schon in der Gruppenphase :-)

  4. Frank Fäder

    Zumindest kann es nicht schaden, denn wenn es einen lieben Fußballgott gibt, stellt man sich doch lieber gut mit ihm… ;-)

  5. Thomas Klüh

    Apropos Freundschaft, mir ist gestern aufgefallen, dass gegen Rassismus gekämpft wird. Ich empfinde es als deutlich besser, Freundschaften zu fördern.
    Ach, das wäre doch ein Thema für einen Blogbeitrag – oder?

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