Wut und Hass

Wut und Hass

Sonntag, den 21. Dezember 2008 von Thomas Klüh

Hast du gewusst, dass die meisten Schwarzgeldsünder erwischt werden, weil diese Männer von den Frauen, die sie wegen einer anderen verlassen haben, beim Finanzamt angezeigt werden?

In dem Text: „emotionale Entwicklung” bin ich anhand eines schönen Gefühles darauf eingegangen, dass es wichtig ist, ein Gespür für die unterschiedlichen Gefühle zu erlangen. Hier möchte ich einmal etwas näher auf den Unterschied zwischen Wut und Hass eingehen.

Um zu verstehen, woher diese beiden Gefühle kommen und wozu sie ursprünglich gedacht waren, müssen wir uns gedanklich in die Steinzeit zurückbegeben.

Angenommen du lebst in der Steinzeit inmitten eines Rudels. Dir ist klar, dass es für dich von Vorteil ist, möglichst angesehen zu sein. Je angesehener du bist, umso einfacher ist es, einen Partner zu finden, genügend zu Essen zu bekommen usw. Je weniger angesehen du bist, umso mehr läufst du Gefahr, vom Rudel verstoßen zu werden, oder gezwungen zu werden, Dinge zu tun, die gefährlich oder demütigend sind. Weiterhin ist klar, dass in diesem Rudel jeder seinen Beitrag leisten muss, damit das Rudel überleben kann. Auch Fairness ist von immenser Wichtigkeit. Wenn jemand heimlich von den eisernen Vorräten essen würde, würde dieser Schmarotzer das Rudel gefährden.

Wenn du nun mitbekommen würdest, dass einer deiner Rudelgefährten heimlich aus dem begrenzten Wasservorrat trinken würde, käme Wut in dir hoch. Das wäre das geeignetste Gefühl um demjenigen deutlich klar zu machen, dass er das niemals wieder machen sollte. Genauso würdest du reagieren, wenn dich jemand verleumden würde und dadurch dein Ansehen schaden nehmen könnte. Die Wut diente also dazu, andere zu motivieren, sich zu ändern.

Bei Hass dagegen will man einfach nur vernichten. Dabei ist es einem sogar egal, wenn man selbst dabei Schaden nimmt. Notfalls gehen beide unter. Dieses Gefühl kam in der Steinzeit dann, wenn man tatsächlich verstoßen worden ist. Verstoßen zu werden bedeutete damals den fast sicheren Tot. Deshalb bekam man ja auch eine gewaltige Wut, wenn jemand schlecht über einen geredet hatte, um dadurch einer Verbannung vorzubeugen. Doch wenn es aber geschehen war, wenn man also verstoßen worden ist, hatte man nichts mehr zu verlieren. Deine einzige Überlebenschance war, den Rudelführer zu vernichten und dadurch wieder aufgenommen zu werden. Hass diente also dazu, andere zu vernichten, um damit den sicheren Tot zu vermeiden.
In dem oben aufgeführten Beispiel mit den Schwarzgeldanzeigen handelt es sich also eindeutig um Hass.

Während ich Wut für ein Gefühl halte, das man durchaus ab und an mal haben kann (s. „Ist Wut ein gutes oder schlechtes Gefühl?“), ist Hass ist aus meiner Sicht in der heutigen Zeit in keinem Falle mehr angemessen.

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4 Reaktionen zu “Wut und Hass”

  1. Hannes

    hi thomas,

    du schreibst “ist Hass ist aus meiner Sicht in der heutigen Zeit in keinem Falle mehr angemessen” … und ich sage “ja, recht hat er”. nur: wie gehe ich das an, wenn mich solche hassgedanken verfolgen? es sind ja gedanken und die fliegen mir ja irgendwie zu …

    klar weiss ich (intellektuell), dass hass nicht weiterbringt und eine zerstörerische kraft ist. aber wenn dinge im leben passieren, die so völlig daneben (verletzend, zerstörend) sind, dann ist es ja meist nicht mehr weit her mit der vernunft und mit einer freien handlungsmöglichkeit. was kann ich da tun?

    hast du da eine idee?

    gruss
    hannes

  2. Manipulation 1 | Emotionstraining

    [...] Wut, nein man muss wirklich wütend sein! Diese Methode wenden wir seit der Steinzeit an (s. Wut und Hass) und üben sie seit der Kindheit, sodass ein selbstständiges Muster daraus [...]

  3. Anna W.

    Also erlaubt(e) uns Hass, andere Menschen zu töten?
    So wäre es also in Ordnung, Menschen zu töten, die einen gefährden. Anders als die erlaubte Notwehr, zum Beispiel im Beruf, da es ja auch dort eine Art Rangordnung gibt?

  4. Anna W.

    Also erlaubt(e) uns Hass, andere Menschen zu töten?
    So wäre es also in Ordnung, Menschen zu töten, die einen gefährden. Anders als die erlaubte Notwehr, zum Beispiel im Beruf, da es ja auch dort eine Art Rangordnung gibt?
    Gruß, AW.

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