Entgiftung

Entgiftung

Donnerstag, den 28. Mai 2009 von Thomas Klüh

Ich höre immer wieder, dass Menschen viel trinken, Kuren machen, Nahrungsergänzungsmittel nehmen, oder was auch immer, um zu entgiften oder zu entschlacken.

An diesem Motiv kann man leicht erkennen, dass diese Menschen problemorientiert denken, denn hierzu muss man ja erst einmal die Annahme treffen, vergiftet oder verschlackt zu sein.

Ich trinke zum Beispiel, um mich mit Mineralien zu versorgen, die mich vitalisieren.

Zuneigung vs. Anerkennung 5

Zuneigung vs. Anerkennung 5

Dienstag, den 19. Mai 2009 von Thomas Klüh

Bei den meisten Menschen findet eine solche Korrektur jedoch nicht oder nur unzureichend statt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass diejenigen, die selbst die Kopplung zwischen Anerkennung und Zuneigung verinnerlicht haben, dieses Muster meist auch an ihre Kinder weitergeben, indem sie ihre Zuneigung bzw. Ablehnung tatsächlich vom „richtigen” oder „falschen” Verhalten der Kinder abhängig machen, statt ihnen zu zeigen, dass man sie jederzeit von ganzem Herzen liebt, man den vermeintlichen Fehler jedoch tadelt. „Du bist in Ordnung und ich liebe dich, wie du bist, aber was du getan hast, war nicht okay” sollte bei den Kleinen ankommen. Und wenn sich das Muster einmal im Kopf des Kindes festgesetzt hat und nicht mehr korrigiert wird, wird der betroffene Mensch ein Leben lang versuchen, immer alles richtig zu machen, es anderen recht zu machen und möglichst „gut” oder „toll” zu sein, um sich damit Zuneigung zu „verdienen” - getrieben von der Angst, sonst abgelehnt zu werden. Denn Ablehnung ist eine der schlimmsten Erfahrungen, die wir als Rudeltiere machen können. Die künstliche Zwangskopplung zwischen Anerkennung und Zuneigung kann einem tatsächlich ein Leben lang Stress machen.

Zuneigung vs. Anerkennung 4

Zuneigung vs. Anerkennung 4

Freitag, den 15. Mai 2009 von Thomas Klüh

Die bis dahin beschriebene Methode funktioniert also ganz prima - allerdings entsteht dadurch im Gehirn des Kindes die Verknüpfung, dass es Zuneigung bekommt, wenn es Dinge gut und richtig macht (also erfolgreich ist), und Ablehnung, wenn es etwas schlecht oder falsch macht. Es unterscheidet nicht zwischen Lob bzw. Tadel und Zuneigung bzw. Ablehnung.

Wie weit diese Erfahrung das spätere Leben des Menschen beeinflusst, hängt davon ab, ob und wie weit sie in der Kindheit relativiert und korrigiert wird. Wenn das Kind auch unabhängig von seinen Leistungen und Fehlern viel Zuneigung von den Eltern erfährt, begreift es, dass die Kopplung von Anerkennung und Zuneigung nicht zwangsläufig ist. Zudem kann man älteren Kindern dies auch intellektuell erklären und Lob bzw. Tadel aussprechen, ohne dabei die Zuneigung zu verstärken bzw. zu reduzieren.

Zuneigung vs. Anerkennung 3

Zuneigung vs. Anerkennung 3

Dienstag, den 12. Mai 2009 von Thomas Klüh

Warum sind Zuneigung und Anerkennung dennoch in den meisten Köpfen so stark gekoppelt? Das hat Gründe, die - wie so oft - in unserer frühen Kindheit zu finden sind. Ein kleines Kind hat noch kein intellektuelles Verständnis von der Welt. Für das Begreifen von Zusammenhängen ist es auf seine Instinkte und auf die einfachen Verknüpfungen zwischen Situationen und Gefühlen angewiesen, die es aufgrund seiner Erfahrungen im emotionalen Gedächtnis speichert. Für die Eltern bedeutet das, dass sie dem Kind auch nur auf dieser Ebene etwas beibringen können - jedenfalls solange das Kind nicht alt genug ist, um auch logische Erklärungen zu verstehen. Wenn ein einjähriges Kind immer wieder versucht, nach der heißen Herdplatte zu greifen, nützt es wenig, dem Kind zu erklären, was es da tut und warum das nicht gut ist. Umgekehrt würde das Kind auch nicht verstehen, dass es etwas gut gemacht hat, wenn man ihm das lediglich sachlich erklären würde.

Damit das Kind dennoch in der Lage ist, soziale Regeln und sinnvolle Fähigkeiten zu erlernen und Risiken einzuschätzen, hat die Natur uns angeborene Erziehungsmaßnahmen mitgegeben. Diese bestehen darin, ein Kind (scheinbar) abzulehnen, wenn es etwas Unerwünschtes tut, und ihm umgekehrt besondere Zuneigung entgegenzubringen, wenn es etwas in den Augen der Eltern gut gemacht hat. Die Signale der Zuneigung und Ablehnung (Gesichtsausdruck, Tonfall und Lautstärke, sanfte oder heftige Berührung) werden von jedem Kind instinktiv verstanden und lösen entsprechend angenehme bzw. unangenehme Gefühle aus. Diese Gefühle verknüpft das Kind dann mit der jeweiligen Situation und speichert diese damit als wiederholungswürdig bzw. vermeidungswürdig ab. So lernt das Kind etwa, dass es die Herdplatte nicht anfassen sollte, weil es sonst ausgeschimpft wird. Das ist - bei angemessener Dosierung der gespielten Ablehnung - immer noch weniger schmerzhaft, als wenn es die Herdplatte angefasst hätte.

Zuneigung vs. Anerkennung 2

Zuneigung vs. Anerkennung 2

Donnerstag, den 7. Mai 2009 von Thomas Klüh

Ob du erfolgreich bist oder nicht, ist für die persönliche Verbundenheit nicht sonderlich wichtig. Hättest du nur deine Erfolge vorzuweisen, sonst aber keine Verbindung zu den anderen, würden sie dich bestenfalls für deine Leistungen bewundern, aber für echte Zuneigung reicht das als Grundlage nicht aus. Im Gegenteil, es besteht sogar die Gefahr, dass einige deiner „Fans” dich letztlich nur ausnutzen oder sogar Neid und Missgunst entstehen. Mal ehrlich: Wie sympathisch ist dir jemand, der irgendetwas supergut kann, sonst aber nichts zu bieten hat, was ihn mit dir verbindet? Fändest du jemanden toll, der immer nur von seinen großartigen Leistungen erzählt? Und umgekehrt: Würdest du irgendeinen deiner wirklichen Freunde weniger mögen, wenn er keinen Erfolg bei seinen Unternehmungen hätte? Würdest du ihm nicht eher Mut zusprechen und für ihn da sein, wenn er Hilfe braucht? Du siehst, Erfolg und die damit verbundene Anerkennung haben mit Zuneigung „eigentlich” nichts zu tun.

Zuneigung vs. Anerkennung

Zuneigung vs. Anerkennung

Samstag, den 2. Mai 2009 von Thomas Klüh

In dem Beitrag: „Zuneigung und Anerkennung” bin ich ja bereits kurz auf dieses Thema eingegangen. In den nächsten Tagen werde ich dieses Thema etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Dass viele Menschen glauben, sie müssten erfolgreich sein, um Zuneigung zu bekommen, liegt daran, dass in ihrem Gehirn eine Kopplung zwischen Anerkennung und Zuneigung gespeichert ist - obwohl es sich dabei eigentlich um zwei völlig verschiedene Dinge handelt. Anerkennung bekommst du, wenn du etwas (in den Augen anderer) gut gemacht hast - also wenn du erfolgreich bist.

Zuneigung dagegen bekommst du einfach geschenkt. Du merkst ja selbst, dass bei manchen Menschen einfach die Chemie stimmt, dass du andere einfach magst, so wie sie sind. Meist finden sich mit diesen Menschen auch Gemeinsamkeiten oder auch ergänzende Eigenschaften, die verbinden.

Ich lebe noch

Ich lebe noch

Mittwoch, den 29. April 2009 von Thomas Klüh

Ich habe als Kind das große Baumsterben genauso überlebt, wie danach die vorhergesagten Einschläge von Meteoriten. Auch habe ich Aids und Rinderwahn überlebt. Die Welt ist seit ich mich erinnern kann bereits 4 Mal untergegangen - ich hab’s überlebt. Den großen weltweiten Computerausfall während der Jahrtausendwende habe ich genauso überlebt, wie die neuen dunklen Antichristen, die die Weltherrschaft übernommen haben. Ich habe Wirtschaftskrisen überlebt, aus denen wir uns angeblich nie erholen können. Ich habe auch die Vogelgrippe überlebt.

Nun habe ich große Hoffnung, dass ich auch den Klimawandel, die Schweinegrippe und das Jahr 2012 überleben werde.

Ich bin gespannt, was als nächstes kommt - vielleicht Kaninchendurchfall?

Berufung 2

Berufung 2

Sonntag, den 26. April 2009 von Thomas Klüh

Ergänzend zu dem Blog „Berufung” möchte ich noch folgendes sagen:

Unsere Wahrnehmung bestimmt unsere Realität. Wenn du also deine Wahrnehmung darauf gerichtet hast, deine Berufung finden zu müssen, erlebst du natürlich den Zwang. Das geht dann normalerweise in deinem jetzigen Job los. Denn wenn du deine Berufung finden MUSST, kann das, was du momentan machst ja nicht der Hit sein. Hier müsste sich immer mehr Unzufriedenheit einstellen. Mit diesem Zwang im Nacken gehst du dann auf die Suche. Außerdem musst du ja auch ganz sicher sein, dass das, was du als nächstes machst auch WIRKLICH deine Berufung ist. Und wenn du sie nicht findest, bist du unglücklich. Hier bist du dann natürlich auf Unglück programmiert und das „gestaltet” dann Realität.

Berufung

Berufung

Mittwoch, den 22. April 2009 von Thomas Klüh

Niemand von uns weiß wirklich, warum wir eigentlich auf Erden sind. Manch einer geht davon aus, er müsse das Leid der Menschheit ertragen, andere gehen davon aus, sie müssten etwas sehr Wertvolles und Wichtiges erledigen, wieder andere denken, sie hätten eine Gottesgabe erhalten, die sie herausfinden müssen und sie dann zum Wohle der Menschheit einsetzen etc..

Ich mache es mir ein bisschen einfacher. Ich gehe davon aus, ich bin auf dieser Welt, um Gefühle zu erleben. Nun, das tue ich ja sowieso den ganzen Tag. Wenn meine Vermutung falsch war und ich eigentlich eine andere Aufgabe hätte, hatte ich wenigstens ein schönes Leben. Aber ich würde mich ganz schön ärgern, wenn ich irgendwann mal meinen Leidensweg erzählend vor Gott stehen würde, und er mir sagen würde: „Ich wollte doch nur, dass es dir gut geht”.

Also suche ich nicht meine Berufung, sondern einen Job, in dem ich meine Lebensfreude ausleben kann. Ich denke, dass das ist eh dasselbe ist, aber es löst ein vollkommen anderes Suchprogramm in mir aus.

So viel wie möglich Glück

So viel wie möglich Glück

Dienstag, den 14. April 2009 von Thomas Klüh

Ich sage ja immer: „Glück bedeutet für mich, so oft wie möglich schöne Gefühle und so selten wie möglich unschöne zu haben”.
Und hier gehen die Missverständnisse schon los. Was bedeutet: „wie möglich”?

Als ich noch ein ganz normaler Vorgesetzter war, sagte ich zu einem Mitarbeiter, dass ich eine Ausarbeitung bräuchte.
„Bis wann brauchen Sie die denn?”, wollte er wissen.
„So schnell wie möglich.”, war meine Antwort.
„Das geht nicht!”, antwortete er vollkommen überfordert.
„???????”, stand in meinen Augen.

So schnell wie möglich heißt einfach so schnell wie möglich - und nicht mehr.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie oft ich auf meine Aussage: „…so oft wie möglich schöne Gefühle…”, zu hören bekomme, dass das ja nicht funktionieren kann.
Manche führen das dann sogar noch aus: „Man kann doch nicht immer glücklich sein.”.
Das ist dass der Moment, in dem du mich sprachlos erleben kannst.

Schlimmer wird dieses Missverständnis dann, wenn man dadurch zwanghaft glücklich sein muss. Da glauben manche, sie müssten in einer Trennungsphase glücklich sein. Also im Ernst - wenn du gerade von deinem Partner verlassen wurdest und dabei glücklich bist, solltest du entweder die Art deiner Beziehung überdenken, oder anfangen, dir Sorgen über dich zu machen.

So selten wie möglich unschöne Gefühle heißt auch nicht nie! Aber ich kann mir für fünf Minuten Arbeit fünf Stunden schlechte Gefühle machen - und davon rate ich ab.


Footer